Manchmal schlägt die Begeisterung bei Piloten Purzelbäume. Dann zählt fliegen und ganz besonders Segelfliegen zu den schönsten Dingen des Lebens. Aber ist Segelfliegen das wirklich, das unbeschwerte vogelgleiche Auf und Ab in der dritten Dimension?Segelflieger mit Sonnenuntergang
Ganz so ist die Realität wohl nicht. Anfänger werden mitunter sehr unsanft aus solchen Träumen gerissen. Zwar sind Segelflugzeuge keine Schlagflügelapparate, und damit haben es ihre Piloten sogar noch leichter als die Vögel, aber Segelflug ist mindestens im Vorfeld richtig schweißtreibend.
Und Segelfliegen ist eine Gemeinschaftsleistung. Was dem Außenstehenden auf den ersten Blick so widersprüchlich erscheinen mag, ist eine Voraussetzung für den Segelflug Überhaupt- auch wenn es letztlich um das ganz individuelle Erlebnis Fliegen geht. Ganz augenfällig war dies in den Anfängen, als sich der Segelflug aus dem Gleitflug entwickelte. Ganze Heerscharen von Helfern in der Werkstatt, Start- und Rückholmannschaften waren notwendig für nur Sekunden dauernde Luftsprünge.

Inzwischen hat sich das Verhältnis von Arbeits- und Zeitaufwand zu Flugzeit verändert, es hat sich sogar ganz beträchtlich geändert, sonst wäre der Segelflug in der Wertewelt des heutigen Menschen kaum mehr vorstellbar. Doch grundsätzlich hat sich an der Tatsache nichts getan, dass viele mit anpacken müssen, damit der Einzelne zum Vergnügen Segelflug kommt, und das zu erschwinglichen Kosten. Noch lässt sich Segelfliegen nicht so betreiben wie Tennis, Golf oder das Fußballspielen. Segelfliegen ist schlicht fordernd. Mal Sonntagnachmittags am Platz vorbeischauen, um einen Start zu machen, das funktioniert nicht. Da ist der Streit mit den Kameraden schnell vorprogrammiert.

Wer in die Schulung einsteigen will und nicht auf der Strecke bleiben will,sollte vom morgendlichen Ausräumen
der Halle bis zum abendlichen Einräumen dabei sein: Samstags, Sonntags und Feiertags und zwar so gut wie jedes Wochenende. Häufigere Unterbrechungen behindern den Lernerfolg und ziehen die Ausbildung in die Länge. Das Wetter verhindert ohnehin manchen Flugtag, wird dann noch aus anderen Gründen pausiert, können sich lange flugfreie Zeiten ergeben, in der manche gerade erst erlernte Fertigkeit schnell wieder vergessen wird.

Einschnitt

Die Entscheidung fürs Segelfliegen als Freizeitbeschäftigung und Sport bedeutet deshalb einen ganz entscheidenden Einschnitt im bisherigen Leben. Es ist fast schon ein Ausschließlichkeitsanspruch, mit dem dieser Sport sich an seine Anhänger richtet. Der Freundeskreis ändert sich - keineswegs nur, weil man auf dem Flugplatz beziehungsweise im Club mit neuen Leuten zu tun hat. Die Freizeit, Freundschaften und Bekanntschaften zu pflegen, Autobahnkreuz aus der Vogelperspektiveist auf einmal radikal beschnitten. Gerade ältere Einsteiger, die sich bereits im Beruf etabliert haben und nicht mehr jeden Euro umdrehen müssen, die sie ausgeben, treffen die Anforderungen besonders hart. Gibt es dann noch eine Familie, die die fliegerischen Interessen nicht teilt, den Flugplatz nicht als lohnendes Ausflugsziel für das Wochenende betrachtet, wird's schwierig.

Die Zeit der Ausbildung ist schon sehr fordernd. Erleichterungen schaffen hier Vereinsausbildungslager oder der Besuch einer Segelflugschule, wobei in ein bis zwei Wochen ganze Ausbildungsabschnitte absolviert werden können. Wird nämlich jeden Tag geflogen, lernt es sich erheblich schneller, als wenn nur an den Wochenenden geschult werden kann. Hinzu kommt, dass der Erfolg motiviert und anspornt, und wenn erst einmal die wichtigsten Fertigkeiten sitzen, dann wirft ein für den Segelflug verlorenes Wochenende auch nicht mehr soweit zurück, wie dies für den blutigen Anfänger gilt. Ein Einsteiger in den Segelflug verbringt aber nicht nur auf einmal vom Frühjahr bis Herbst rund ein Drittel seiner Zeit auf dem Flugplatz, er wird sich vielmehr auch an den Werktagen mit seinem neuen Sport beschäftigen. Denn bis er unabhängig von Fluglehrern eigenverantwortlich fliegen darf, gilt es sich intensiv mit der Theorie zu beschäftigen. Sechzig Unterrichtsstunden sind zu besuchen, und vieles ist schlicht zu pauken. Das muss aber nicht nur Belastung sein, vielfach eröffnen sich hierdurch neue Horizonte, zum Beispiel durch die Beschäftigung mit der Meteorologie. Die Welt, in der wir leben, wird dann mit ganz anderen Augen gesehen.

Ohne Einbindung in einen Verein, in dem die Ausbildung ohnedies sehr günstig ist, weil sie durch ehrenamtlich tätige Lehrer erfolgt, läßt sich Segelflug kaum sinnvoll betreiben.

Schulen und arbeiten im Verein

Wer nur im Urlaub an Flugschulen fliegen will, dürfte mit seinen fliegerischen Fertigkeiten schwerlich über ein bestimmtes Niveau hinauskommen, da dann ganz einfach die Übung fehlt. Manches Segelflug- oder besser Streckenflugergebnis - mithin das, was letztlich den großen Reiz des Segelfliegens ausmacht - wird auf diese Weise nur schwer erreichbar.

Man schult nicht nur preiswerter im Verein, man fliegt dort auch zu günstigeren Konditionen

jedenfalls dann, wenn die dazu notwendige Eigenleistung bei der Wartung und den Überholungsarbeiten der Flugzeuge auch erbracht und nicht mit Geld abgegolten wird. In nahezu allen Segelflugvereinen wird von den Mitgliedern ein Beitrag in der Werkstatt erwartet. An manchem Winterabend oder Samstagnachmittag ist in der Vereinswerkstatt zu arbeiten. Wartung und Überholungen in Eigenregie, sowie eine gute Auslastung, senken die Kosten. Privathalter fliegen dagegen recht teuer.

In jedem Fall ist der Aufwand fürs Segelfliegen groß. Aber es lohnt sich! Wer einmal hineingeschnuppert hat, kommt nur noch schwerlich davon los.

Segelfliegen als Freizeitbeschäftigung

 

Segelfliegen als Freizeitbeschäftigung

Manchmal schlägt die Begeisterung bei Piloten Purzelbäume. Dann zählt fliegen und ganz besonders Segelfliegen zu den schönsten Dingen des Lebens. Aber ist Segelfliegen das wirklich, das unbeschwerte vogelgleiche Auf und Ab in der dritten Dimension?Segelflieger mit Sonnenuntergang
Ganz so ist die Realität wohl nicht. Anfänger werden mitunter sehr unsanft aus solchen Träumen gerissen. Zwar sind Segelflugzeuge keine Schlagflügelapparate, und damit haben es ihre Piloten sogar noch leichter als die Vögel, aber Segelflug ist mindestens im Vorfeld richtig schweißtreibend.
Und Segelfliegen ist eine Gemeinschaftsleistung. Was dem Außenstehenden auf den ersten Blick so widersprüchlich erscheinen mag, ist eine Voraussetzung für den Segelflug Überhaupt- auch wenn es letztlich um das ganz individuelle Erlebnis Fliegen geht. Ganz augenfällig war dies in den Anfängen, als sich der Segelflug aus dem Gleitflug entwickelte. Ganze Heerscharen von Helfern in der Werkstatt, Start- und Rückholmannschaften waren notwendig für nur Sekunden dauernde Luftsprünge.

Inzwischen hat sich das Verhältnis von Arbeits- und Zeitaufwand zu Flugzeit verändert, es hat sich sogar ganz beträchtlich geändert, sonst wäre der Segelflug in der Wertewelt des heutigen Menschen kaum mehr vorstellbar. Doch grundsätzlich hat sich an der Tatsache nichts getan, dass viele mit anpacken müssen, damit der Einzelne zum Vergnügen Segelflug kommt, und das zu erschwinglichen Kosten. Noch lässt sich Segelfliegen nicht so betreiben wie Tennis, Golf oder das Fußballspielen. Segelfliegen ist schlicht fordernd. Mal Sonntagnachmittags am Platz vorbeischauen, um einen Start zu machen, das funktioniert nicht. Da ist der Streit mit den Kameraden schnell vorprogrammiert.

Wer in die Schulung einsteigen will und nicht auf der Strecke bleiben will,sollte vom morgendlichen Ausräumen
der Halle bis zum abendlichen Einräumen dabei sein: Samstags, Sonntags und Feiertags und zwar so gut wie jedes Wochenende. Häufigere Unterbrechungen behindern den Lernerfolg und ziehen die Ausbildung in die Länge. Das Wetter verhindert ohnehin manchen Flugtag, wird dann noch aus anderen Gründen pausiert, können sich lange flugfreie Zeiten ergeben, in der manche gerade erst erlernte Fertigkeit schnell wieder vergessen wird.

Einschnitt

Die Entscheidung fürs Segelfliegen als Freizeitbeschäftigung und Sport bedeutet deshalb einen ganz entscheidenden Einschnitt im bisherigen Leben. Es ist fast schon ein Ausschließlichkeitsanspruch, mit dem dieser Sport sich an seine Anhänger richtet. Der Freundeskreis ändert sich - keineswegs nur, weil man auf dem Flugplatz beziehungsweise im Club mit neuen Leuten zu tun hat. Die Freizeit, Freundschaften und Bekanntschaften zu pflegen, Autobahnkreuz aus der Vogelperspektiveist auf einmal radikal beschnitten. Gerade ältere Einsteiger, die sich bereits im Beruf etabliert haben und nicht mehr jeden Euro umdrehen müssen, die sie ausgeben, treffen die Anforderungen besonders hart. Gibt es dann noch eine Familie, die die fliegerischen Interessen nicht teilt, den Flugplatz nicht als lohnendes Ausflugsziel für das Wochenende betrachtet, wird's schwierig.

Die Zeit der Ausbildung ist schon sehr fordernd. Erleichterungen schaffen hier Vereinsausbildungslager oder der Besuch einer Segelflugschule, wobei in ein bis zwei Wochen ganze Ausbildungsabschnitte absolviert werden können. Wird nämlich jeden Tag geflogen, lernt es sich erheblich schneller, als wenn nur an den Wochenenden geschult werden kann. Hinzu kommt, dass der Erfolg motiviert und anspornt, und wenn erst einmal die wichtigsten Fertigkeiten sitzen, dann wirft ein für den Segelflug verlorenes Wochenende auch nicht mehr soweit zurück, wie dies für den blutigen Anfänger gilt. Ein Einsteiger in den Segelflug verbringt aber nicht nur auf einmal vom Frühjahr bis Herbst rund ein Drittel seiner Zeit auf dem Flugplatz, er wird sich vielmehr auch an den Werktagen mit seinem neuen Sport beschäftigen. Denn bis er unabhängig von Fluglehrern eigenverantwortlich fliegen darf, gilt es sich intensiv mit der Theorie zu beschäftigen. Sechzig Unterrichtsstunden sind zu besuchen, und vieles ist schlicht zu pauken. Das muss aber nicht nur Belastung sein, vielfach eröffnen sich hierdurch neue Horizonte, zum Beispiel durch die Beschäftigung mit der Meteorologie. Die Welt, in der wir leben, wird dann mit ganz anderen Augen gesehen.

Ohne Einbindung in einen Verein, in dem die Ausbildung ohnedies sehr günstig ist, weil sie durch ehrenamtlich tätige Lehrer erfolgt, läßt sich Segelflug kaum sinnvoll betreiben.

Schulen und arbeiten im Verein

Wer nur im Urlaub an Flugschulen fliegen will, dürfte mit seinen fliegerischen Fertigkeiten schwerlich über ein bestimmtes Niveau hinauskommen, da dann ganz einfach die Übung fehlt. Manches Segelflug- oder besser Streckenflugergebnis - mithin das, was letztlich den großen Reiz des Segelfliegens ausmacht - wird auf diese Weise nur schwer erreichbar.

Man schult nicht nur preiswerter im Verein, man fliegt dort auch zu günstigeren Konditionen

jedenfalls dann, wenn die dazu notwendige Eigenleistung bei der Wartung und den Überholungsarbeiten der Flugzeuge auch erbracht und nicht mit Geld abgegolten wird. In nahezu allen Segelflugvereinen wird von den Mitgliedern ein Beitrag in der Werkstatt erwartet. An manchem Winterabend oder Samstagnachmittag ist in der Vereinswerkstatt zu arbeiten. Wartung und Überholungen in Eigenregie, sowie eine gute Auslastung, senken die Kosten. Privathalter fliegen dagegen recht teuer.

In jedem Fall ist der Aufwand fürs Segelfliegen groß. Aber es lohnt sich! Wer einmal hineingeschnuppert hat, kommt nur noch schwerlich davon los.

Segelfliegen als Freizeitbeschäftigung